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Attentat auf einen Personenzug


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Hallo Freunde,

an dieser Stelle möchte ich Euch von einem historischen Ereignis berichten, welches zeigt, wie gut es ist, dass, wenn es darauf ankommt, Menschen gibt, die über  Expertenwissen verfügen . Hier also ein tatsächlicher Fall aus der Polizeiarbeit kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges.

Im November 1945 fuhr ein mit einer BR 94 bespannter Personenzug die notdürftig hergerichtete Strecke vom sächsischen Kamenz in Richtung Bischofswerda. Die Strecke endete aber bereits im Örtchen Burkau. Ca. 1 km vor Burkau löste ein sich unterhalb einer Schiene befindlicher Sprengkörper eine Explosion aus, welche zum Umstürzen der Lok und einiger Personenwagen führte. Bei dem Unglück kamen 7 Menschen zu Tode und 12  wurden verletzt. Nachdem Experten die Ursache für die Explosion ermittelten, gingen die im Aufbau befindliche Polizeibehörde gemeinsam mit russischen Ermittlern von einem politisch motivierten Anschlag durch Anhänger des Wehrwolfes aus. Sofortige Hausdurchsuchungen in Burkau erbrachten auch Waffenfunde in Form von Granaten, Feuerwaffen, einem Tonisterfunkgerät und Schwarzpulver in verschiedenen Häusern  Die Besitzer dieser Sachen wurden festgenommen und durch Polizei und russische Militärs verhört. In der sächsischen Presse wurde die Bevölkerung nur allgemein informiert, dass ein Attentat auf den Zug stattgefunden habe und erste vermutliche Täter festgenommen worden seien und die Ermittlungen andauern. Die weiteren Vernehmungen erbrachten aber vorerst keine schlüssigen Beweise gegen die Verdächtigen. Den Zeitungsartikel las glücklicher eine Maschinenbauingenieur aus Dresden, der mit zuständig war für die Wiederinstandsetzung von Lokomotiven in Sachsen. Mit Fachbüchern und technischen Unterlagen erschien er bei der Ermittlungskommission und erklärte dieser, dass die Version eines Attentates auf den Zug ausgeschlossen werden kann. In den drei Wochen, in denen der Personenzug wieder verkehrte, wurde er von einer sächsischen BR 94 gezogen. Am Ereignistag jedoch musste diese Lok im Lokschuppen repariert werden und eine aus Cottbus angeforderte preußische BR 94 wurde vorgespannt. Die sächsische Lok hatte eine Dienstmasse von 77,3 t und eine Achsbelastung von 15,4 t. Die preußische Lok dagegen hatte eine Dienstmasse von 84,9 t und eine Achsbelastung von 17,1 t. Erst diese höheren Massewerte bewirkten die Explosion der von sich zurückziehenden  Wehrmachtseinheiten ihnen befohlenen angebrachten Sprengfalle. Deshalb passierte das Unglück nicht schon vorher. Die Inhaftierten mussten freigelassen werden. Die Bevölkerung wurde jedoch in keiner Weise über die eigentliche Ursache informiert.

Ja, das war dann mal ein etwas anderer Beitrag hier im Forum. Ich hoffe, Ihr findet ihn trotz des grundlegend fehlenden Bezuges zum MBS nicht deplatziert.

Gruß

streit_ross

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Hallo @streit_ross,

Die Geschichte ist echt interessant, für mich persönlich wäre auch eine BR94 eine  BR94 gewesen egal ob Preußisch oder Sächsisch. Diese Unterschiede liegen aber in der Geschichte unserer Eisenbahn, vor der Gründung der deutschen Reichsbahn Gesellschaft hat ja jede Länderbahn ihr eigenes Süppchen gekocht. Dadurch hat die Reichsbahn dann Hunderte von verschiedenen Loks in zig Varianten übernommen und musste diese dann in ein Einheitliches Schema bringen.

Vielleicht solltest Du diesen Beitrag zu einen Diskussionsbeitrag über Eisenbahnunglücke / Zwischenfälle und ihre Ursache bzw. Auswirkung auf die Bahn und ihre Vorschriften umwandeln. Da gibt es noch etliche Andere Fälle von Schrecklich bis kurios (Wäre jetzt nur so eine Blitzidee von mir).

Edited by Wüstenfuchs
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