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Frage zur Zugzusammenstellung


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Liebe Community

Ich habe mal eine Frage an die Zugkenner von euch.

Wieso haben die Doppeldeckerzüge eigentlich immer eine Lok dabei obwohl die Doppeldecker über eigene Triebfahrzeuge verfügen ? ein ICE oder die S Bahn oder die Talent z.B haben ja auch keine Lok dran und eigene Triebfahrzeuge . Diese Lok ist entweder als Zugfahrzeug angebracht oder hinten dran und es wird mit dem Triebfahrzeug gefahren jenachdem , aber es ist immer eine Lok angebracht

Ich beobachte das jedesmal bei uns am Bahnhof  und frage mich wieso die immer eine Lok dabei haben. Es gab sogar schon die Kombination das die Lok direkt am Triebfahrzeug dran gehangen ist und nicht an einem der Mittelwägen. Ich setze hier mal ein paar links mit Beispielbildern unten hin

 

https://hellertal.startbilder.de/bild/deutschland~rb--re-linien-in-nrw~re-9-rhein-sieg-express/500051/einfahrt-der-111-115-2-91-80.html

 

https://www.fotocommunity.de/photo/db-br-111-am-992020-im-hbf-wuppertal-paulrs051941/44308467

https://bahnbilder.warumdenn.net/15962.htm  hier im mittleren Bild sogar mit 2 Loks vorne und hinten 

 

wäre cool wenn mir jemand diese Frage beantworten könnte. Weil wenn Reinhard die Doppeldecker Fertig hat frage ich mich wie ich diese Zusammenstellen soll und ob es möglich wäre diese so zusammen zu stellen ohne das ich eine Lok anhängen muss

Markus

 

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Hallo @Markus Meier,

Kenner werden dir hier sicherlich kompetent antworten. Aber ich denke, dass ein "Steuerwagen" (und das wird es wohl bei den Doppeldeckern sein) keinen eigenen Antrieb hat, sondern lediglich - wie der Name sagt - in der Lage ist, die angehängte Lok zu steuern. Im Gegensatz zum ICE, bei dem jedes Teil eigene Antriebs-Motoren hat und theoretisch selbstandig fahren könnte. Allerdings hat das nicht den Grund des eigenständigen Fahrens, sondern der Erhöhung der Gesamtfahrleistung.

Gruß von einem, der eigentlich keine Ahnung hat ;)
Reinhard

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vor 6 Minuten schrieb Reinhard:

ich denke, dass ein "Steuerwagen" (und das wird es wohl bei den Doppeldeckern sein) keinen eigenen Antrieb hat, sondern lediglich - wie der Name sagt - in der Lage ist, die angehängte Lok zu steuern.

Das stimmt genau.

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Hallo Markus,

als Ergänzung zu den Antworten von @Reinhard und @Goetz möchte ich hier noch einige Definitionen aus Wikipedia zitieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Triebwagen:

Zitat
  • Ein Triebwagen ist ein einzelner, angetriebener Wagen, der allein oder zusammen mit Steuer-, Mittel- und Beiwagen als Zug eingesetzt wird. Entsprechend ausgestattete Triebwagen können anstelle einer Lokomotive einen Zug befördern. Bis in die 1930er Jahre wurde in Deutschland synonym auch der Begriff „Schienenomnibus“ verwendet, dann aber 1933 festgelegt, dass einheitlich die Bezeichnung „Triebwagen“ verwendet werden solle.[1]
  • Ein Doppeltriebwagen besteht aus zwei fix gekuppelten Triebwagen und wird gleich wie ein Triebwagen eingesetzt.
  • Ein Gelenktriebwagen ist ein Triebwagen, der aus mehreren gelenkig verbundenen Kastenelementen besteht, z. B. mit Jakobs-Drehgestell, aufgesattelt wie beim Stadler FLIRT oder in der Art der Kurzgelenkwagen.
  • Ein Triebzug ist eine mit eigenem Antrieb versehene, im Regelbetrieb nicht trennbare Einheit aus mehreren Fahrzeugen, diese werden je nach Funktion als Triebwagen/Triebkopf, Mittel- und Steuerwagen bezeichnet. Vielteilige Gelenktriebwagen werden als Triebzüge bezeichnet. Der Triebzug unterscheidet sich vom Wendezug (schweiz.: Pendelzug) dadurch, dass die Mittelwagen nicht als normale Reisezugwagen verwendet werden können. Allerdings werden Wendezüge heute oft im Regelbetrieb auch nicht mehr getrennt und nur noch in den Fahrzeugunterhaltungszentren umformiert. Andererseits umfassen manche Triebzüge keinen einzigen Triebwagen, wenn nämlich die Triebköpfe nichts außer Führerstand und Antriebseinrichtungen enthalten und keine Achse der Fahrgastwagen angetrieben ist. Schließlich gibt es Triebzüge, die betrieblich als untrennbare Einheiten behandelt und nummeriert sind, technisch aber durchaus als Einzelfahrzeuge Verwendung finden könnten.
  • Ein Triebwagenzug wird in einer engeren Definition aus zwei oder mehreren Triebwagen – also ausschließlich motorisierten Einheiten – gebildet (zum Beispiel Baureihe 403 und Baureihe 420 der Deutschen Bundesbahn). Eine weiter gefasste Definition bezeichnet damit jede Kombination von mindestens zwei Triebwagen oder Triebzügen, gegebenenfalls unter Einschluss von nicht motorisierten Mittel- und Steuerwagen oder Beiwagen, sofern die gekuppelten Triebwageneinheiten betrieblich trennbar sind – z. B. für Flügelzugkonzepte. (Einheiten, die betrieblich nicht trennbar sind, sind dagegen allein schon aus diesem Grund Triebzüge.)[2] In einer dritten Definition wird Triebwagenzug als Synonym zu Triebzug verwendet.[3]
  • Als Zwillingstriebwagen bezeichnet man zwei permanent miteinander gekuppelte Straßenbahn-Triebwagen, die nur gemeinsam eingesetzt werden können.
  • Als geführten Triebwagen oder motorisierten Anhänger bezeichnet man einen Straßenbahn-Triebwagen, der keine vollwertige Führerstandseinrichtung besitzt und nicht an erster Stelle eines Zugverbands eingesetzt werden kann.
  • Sind zwei Triebwagen in einem Zug zusammengekuppelt, so spricht man von Doppeltraktion, bei drei Triebwagen von Dreifachtraktion, allgemein von Mehrfachtraktion.

Umgangssprachlich werden die Begriffe „Triebwagen“, „Triebzug“ und „Triebwagenzug“ nicht immer scharf voneinander abgegrenzt. „Triebzug“ wird dabei eher im technischen Zusammenhang verwendet, für kürzere Einheiten wird dafür häufig der Begriff „Triebwagen“ gebraucht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Triebkopf:

Zitat

Unter einem Triebkopf versteht man eine betriebsmäßig immer mit dem Zug gekoppelte unsymmetrische Lokomotive mit nur einem Führerstand.[1] Ebenfalls als Triebköpfe bezeichnet werden in gewissen Fällen Lokomotiven, die ausschließlich in Wendezügen eingesetzt werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerwagen:

Zitat

Ein Steuerwagen ist ein antriebsloser Eisenbahn- oder Straßenbahnwagen mit einem Führerstand, von dem aus ein nicht an der Zugspitze laufendes Triebfahrzeug gesteuert werden kann. Steuerwagen verfügen über sämtliche notwendigen Fahrzeugeinrichtungen der Zugbeeinflussung. Steuerwagen finden bei Wendezügen Verwendung, damit die Lokomotive an Endbahnhöfen nicht mehr (von einem Zugende an das andere) umgesetzt werden muss. Der Einsatz von Steuerwagen sorgt für eine Rationalisierung des Eisenbahnbetriebs, da keine Infrastruktur für das Umsetzen in Anspruch genommen wird und zusätzliches Personal in Form eines Rangierers eingespart wird: Der Lokomotivführer wechselt einfach den Führerstand. Ist der steuernde Wagen selbst ein Triebfahrzeug, spricht man von einer Mehrfachtraktion.

Eine sogenannte "Sandwich"-Konfiguration (eine Lok vorne und eine Lok hinten am Zug) wird dann verwendet, wenn kein passender Steuerwagen zur Verfügung steht, aber der Zug trotzdem als "Wendezug" eingesetzt werden soll, oder wenn die Motorisierung des Wendezugs mit nur einer Lok zu schwach ist (z.B. mangelhaftes Beschleunigungsvermögen bei kurzen Haltestellen-Abständen). 

Läuft direkt hinter der führenden Lok ein Steuerwagen, kann dies technische oder organisatorische Gründe haben. Ein technischer Grund ist ein Defekt des Steuerwagens, der dessen Nutzung in genau dieser Funktion verhindert. Ein organisatorischer Grund ist die Überführung einer Lok zu einem anderen Standort, wobei man eine separate Leerfahrt der Lok allein einsparen möchte. Die Lok wird dann einfach einem zum selben Ziel (oder Zwischenziel) fahrenden Zug vorgespannt.

Es gibt bei der Deutschen Bahn auch Doppelstock-Triebzüge, deren End-Triebwagen den neuesten Steuerwagen tatsächlich ziemlich ähnlich sehen (z.B. DB Baureihe 446). Dass es sich hier aber um einen Triebwagen und nicht um einen Steuerwagen handelt, erkennt man sofort an dem vorhandenen Dachstromabnehmer.

Die im Modellbahn-Studio angebotenen Doppelstock-Endwagen mit Führerstand nach deutschen Vorbildern sind alles Steuerwagen.

Viele Grüße
BahnLand

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Ok Danke ich verstehe. Also braucht so ein Steuerwagen immer eine Antriebslok um überhaupt vom Fleck zu kommen da er mangels eigener Antrieb dazu nicht in der Lage ist. 

 

Das hat Bombadier/ Siemens aber blöd gebaut das diese Steuerwagen keinen Antrieb haben. Im Personenverkehrsaltag wäre es sicher praktischer wenn sie nicht immer auf eine Lok angewiesen wären und stadessen diese fläche mit Personen nutzen könnten. Das seh ich als äußerst inefizient an 

 

Es ist dann also so das diese Lok entweder zum ziehen benutzt wird und ein lokführer dann in der Lok sitzt, oder eben der Lokführer im Steuerwagen sitzt die Lok ganz hinten angebracht ist und diese nur zum schieben des zuges genutzt wird

 

Wobei ich meistens bei den doppelstöckern beobachte das die Lok zum ziehen benutzt wird und nicht zum schieben

 

In der Konfiguration hab ich beobachtet das die Zusammenstellung zumindest bei uns am Bahnhof so erfolgt ist : 1 Antriebslok ( mannchmal auch anders herum zum schieben ) 4 Mittelwagen und jenachdem in welcher Fahrtrichtung man sich befindet dann eben der Steuerwagen folgt als kopf oder eben als Fussteil des zuges

Sandwichkonfigurationen sehe ich eher selten

Seh ich das richtig so ? 

 

Edited by Markus Meier
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vor 2 Stunden schrieb Markus Meier:

Das hat Bombadier/ Siemens aber blöd gebaut das diese Steuerwagen keinen Antrieb haben. Im Personenverkehrsaltag wäre es sicher praktischer wenn sie nicht immer auf eine Lok angewiesen wären und stadessen diese fläche mit Personen nutzen könnten. Das seh ich als äußerst inefizient an 

Schreib ihnen das mal. Die werden sicher staunen, welches enorme Potenzial sie da bisher völlig übersehen haben.

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Hallo Markus,

vor 1 Stunde schrieb Markus Meier:

Also braucht so ein Steuerwagen immer eine Antriebslok um überhaupt vom Fleck zu kommen da er mangels eigener Antrieb dazu nicht in der Lage ist. 

Ja.

vor 1 Stunde schrieb Markus Meier:

Das hat Bombadier/ Siemens aber blöd gebaut das diese Steuerwagen keinen Antrieb haben. Im Personenverkehrsaltag wäre es sicher praktischer wenn sie nicht immer auf eine Lok angewiesen wären und stadessen diese fläche mit Personen nutzen könnten. Das seh ich als äußerst inefizient an 

Die Antriebskraft gibt es nicht geschenkt. D.h. der Antrieb muss ja irgendewo untergebracht werden. Bei dem Zug bestehend aus Lok und Wagen ist die Antriebskraft vollständig in der Lok konzentriert. Die Stärke der Lok muss so bemessen sein, dass sie einen kompletten Zug, der sonst nur aus nicht angetriebenen Wagen besteht, mit der gewünschten Geschwindigkeit befördern kann. Deshalb nehmen die Antriebskomponenten in einer Lok deren gesamten Raum ein. Für einen Fahrgastraum ist deshalb in der Lok kein Platz (die Lok ist kein Triebwagen).

Beim modernen Triebwagen ist die gesamte Antriebstechnik unterflur und teilweise auf dem Dach angeordnet. Deshalb kann ein Triebwagen einen Fahrgastraum besitzen. Da die Antriebskomponenten hier aber gezwungenermaßen wesentlich kleiner sind, ist auch deren Leistung geringer. Der Antrieb reicht also gerade für den Triebwagen selbst und möglicherweise für ein oder zwei zusätzliche Anhänger aus. Größere Triebzug-Konfigurationen bestehen daher aus mehreren Triebwagen-Einheiten (teilweise sogar nur aus Triebwagen), wobei die in der Mitte eingereihten Triebwagen dann überhaupt keinen Führerstand besitzen (angetriebene Mittelwagen, z.B. beim ICE3 und bei den S-Bahn-Triebwagen). Da ist dann die Antriebskraft auf alle diese Wagen verteilt, die in Summe dann die Power für hohe Geschwindigkeiten oder hohe Anfahrzugkraft bereit stellen, ohne dass hierführ auf Fahrgastraum-Kapazität verzichtet werden muss.

Triebzüge sind jedoch im Betriebsalltag immer zu festen Einheiten zusammengekuppelt und können nicht einfach getrennt und in einer anderen Konfiguration wieder zusammengesetzt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die einzelnen Antriebskomponenten auf verschiedene Wagen verteilt sind (Trafowagen, Gleichrichterwagen, usw.). Beim Lokzug ist die gesamte Antriebstechnik in einem einzigen Fahrzeug zusammengefasst, welches damit beliebig mit einem Zug, der ebenfalls wieder beliebig aus unterschiedlichen (nicht angetriebenen) Wagen zusammengesetzt ist, gekuppelt werden kann.

Es kommt also immer auf das Einsatzgebiet an, ob man einen Zug mit Lok oder ein Triebwagen-Gespann einsetzt. Der Zug mit Lok ist genau dann angemessen, wenn die Wagenkonfiguration im Betrieb modifizert werden können muss (z.B. Mitführen von Kurswagen, Kombination von Zugteilen mit unterschiedlichen Laufwegen). Ein Triebzug bietet sich genau dann an, wenn mit einer festen Fahrzeugkonfiguration gefahren werden kann, die während des Betriebs nicht verändert wird.

vor 2 Stunden schrieb Markus Meier:

Es ist dann also so das diese Lok entweder zum ziehen benutzt wird und ein lokführer dann in der Lok sitzt, oder eben der Lokführer im Steuerwagen sitzt die Lok ganz hinten angebracht ist und diese nur zum schieben des zuges genutzt wird

Bei einem Wendezug ist es letzendlich egal, an welcher Stelle die Lok im Zug eingereiht ist. Wesentlich ist nur, dass der Lokführer an der Spitze des Zuges in einem Führerstand den Zug steuern kann. Das kann ein Führstand in der antreibenden Lok oder im geschobenen Steuerwgen sein. Es gibt auch Konfihrúrationen, wo die Lok in der Mitte des Zuges eingereiht ist - beispielsweise beim schweizerischen RAe TEE II Triebzug. Dort sitzt die Lok (ohne Führerstände) grundsätzlich in der Zugmitte, und an jedem Zugende befindet sich ein Steuerwagen, in dessen Führerstand der Lokführern den Zug steuern kann. Die "Lok" heißt in diesem Fall "Motorwagen" und besitzt einen Seitengang, damit die Passagiere vom vorderen Teil des Triebzugs in den hinteren Zugteil (z.B. in den Speisewagen) und umgkehrt wechseln können.

394398926_RAeTEEII.thumb.jpg.db31d794b6d4b8dc36a92790702dc4f6.jpg

vor 2 Stunden schrieb Markus Meier:

Wobei ich meistens bei den doppelstöckern beobachte das die Lok zum ziehen benutzt wird und nicht zum schieben

Wenn der Zug keinen Steuerwagen besitzt, ist die Lok immer vorne. Denn der Lokführer muss ja auf die vor ihm liegende die Strecke sehen können. Beim Wendezug mit Steuerwagen sollte die Anzahl der Fahrten mit Lok vorne oder Lok hinten etwa gleich sein. Denn das Prinzip des Wendezuges ist ja, dass der Zug beim Fahrtrichtungswechsel nicht gewendet werden muss, also die Lok beim Pendeln zwischen den zwei Endbahnhöfen je nach Fahrtrichtng sich etweder vorne oder hinten am Zug befindet.

vor 2 Stunden schrieb Markus Meier:

Sandwichkonfigurationen sehe ich eher selten

Ja, das ist bei durch Loks angetriebenen Zügen eher die Ausnahme, kann aber auch "planmäßig" vorkommen (wie z.B. zeitweise beim München-Nürnberg-Express). Bezieht man jedoch die Triebköpfe mit ein, die als Teil eines Triebzugs ja im engeren Sinne ebenfalls Lokomotiven sind, kommt der "Sandwich"-Betrieb durchaus häufig vor - auch wenn einem das normalerweise so nicht bewusst ist. Ein klassisches Beispiel hierfür ist der ICE1, der an beiden Enden jeweils einen Triebkopf (Lokomotive) und dazwischen lauter nicht angetriebene Mittelwagen besitzt.

Viele Grüße
BahnLand

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Hallo @Markus Meier,

Was @BahnLand jetzt nicht erwähnt hat ist, dass nicht nur die Antriebsleistung der Lok sondern ggf. auch die Leistung ihres Generators beachtet werden muß. So fahren zB. mit Br218 bespannte IC Züge grundsätzlich in Doppeltraktion, da der Generator einer Lok meist nicht ausreicht um alle Wagen ausreichend mit Strom zu versorgen, da müssen heut zu Tage ja nicht nur ein par Lampen versorgt werden sondern auch noch W-Lan, Klimaanlage usw..

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vor 53 Minuten schrieb BahnLand:

Hallo Markus,

Ja.

Die Antriebskraft gibt es nicht geschenkt. D.h. der Antrieb muss ja irgendewo untergebracht werden. Bei dem Zug bestehend aus Lok und Wagen ist die Antriebskraft vollständig in der Lok konzentriert. Die Stärke der Lok muss so bemessen sein, dass sie einen kompletten Zug, der sonst nur aus nicht angetriebenen Wagen besteht, mit der gewünschten Geschwindigkeit befördern kann. Deshalb nehmen die Antriebskomponenten in einer Lok deren gesamten Raum ein. Für einen Fahrgastraum ist deshalb in der Lok kein Platz (die Lok ist kein Triebwagen).

Beim modernen Triebwagen ist die gesamte Antriebstechnik unterflur und teilweise auf dem Dach angeordnet. Deshalb kann ein Triebwagen einen Fahrgastraum besitzen. Da die Antriebskomponenten hier aber gezwungenermaßen wesentlich kleiner sind, ist auch deren Leistung geringer. Der Antrieb reicht also gerade für den Triebwagen selbst und möglicherweise für ein oder zwei zusätzliche Anhänger aus. Größere Triebzug-Konfigurationen bestehen daher aus mehreren Triebwagen-Einheiten (teilweise sogar nur aus Triebwagen), wobei die in der Mitte eingereihten Triebwagen dann überhaupt keinen Führerstand besitzen (angetriebene Mittelwagen, z.B. beim ICE3 und bei den S-Bahn-Triebwagen). Da ist dann die Antriebskraft auf alle diese Wagen verteilt, die in Summe dann die Power für hohe Geschwindigkeiten oder hohe Anfahrzugkraft bereit stellen, ohne dass hierführ auf Fahrgastraum-Kapazität verzichtet werden muss.

Triebzüge sind jedoch im Betriebsalltag immer zu festen Einheiten zusammengekuppelt und können nicht einfach getrennt und in einer anderen Konfiguration wieder zusammengesetzt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die einzelnen Antriebskomponenten auf verschiedene Wagen verteilt sind (Trafowagen, Gleichrichterwagen, usw.). Beim Lokzug ist die gesamte Antriebstechnik in einem einzigen Fahrzeug zusammengefasst, welches damit beliebig mit einem Zug, der ebenfalls wieder beliebig aus unterschiedlichen (nicht angetriebenen) Wagen zusammengesetzt ist, gekuppelt werden kann.

Es kommt also immer auf das Einsatzgebiet an, ob man einen Zug mit Lok oder ein Triebwagen-Gespann einsetzt. Der Zug mit Lok ist genau dann angemessen, wenn die Wagenkonfiguration im Betrieb modifizert werden können muss (z.B. Mitführen von Kurswagen, Kombination von Zugteilen mit unterschiedlichen Laufwegen). Ein Triebzug bietet sich genau dann an, wenn mit einer festen Fahrzeugkonfiguration gefahren werden kann, die während des Betriebs nicht verändert wird.

Bei einem Wendezug ist es letzendlich egal, an welcher Stelle die Lok im Zug eingereiht ist. Wesentlich ist nur, dass der Lokführer an der Spitze des Zuges in einem Führerstand den Zug steuern kann. Das kann ein Führstand in der antreibenden Lok oder im geschobenen Steuerwgen sein. Es gibt auch Konfihrúrationen, wo die Lok in der Mitte des Zuges eingereiht ist - beispielsweise beim schweizerischen RAe TEE II Triebzug. Dort sitzt die Lok (ohne Führerstände) grundsätzlich in der Zugmitte, und an jedem Zugende befindet sich ein Steuerwagen, in dessen Führerstand der Lokführern den Zug steuern kann. Die "Lok" heißt in diesem Fall "Motorwagen" und besitzt einen Seitengang, damit die Passagiere vom vorderen Teil des Triebzugs in den hinteren Zugteil (z.B. in den Speisewagen) und umgkehrt wechseln können.

394398926_RAeTEEII.thumb.jpg.db31d794b6d4b8dc36a92790702dc4f6.jpg

Wenn der Zug keinen Steuerwagen besitzt, ist die Lok immer vorne. Denn der Lokführer muss ja auf die vor ihm liegende die Strecke sehen können. Beim Wendezug mit Steuerwagen sollte die Anzahl der Fahrten mit Lok vorne oder Lok hinten etwa gleich sein. Denn das Prinzip des Wendezuges ist ja, dass der Zug beim Fahrtrichtungswechsel nicht gewendet werden muss, also die Lok beim Pendeln zwischen den zwei Endbahnhöfen je nach Fahrtrichtng sich etweder vorne oder hinten am Zug befindet.

Ja, das ist bei durch Loks angetriebenen Zügen eher die Ausnahme, kann aber auch "planmäßig" vorkommen (wie z.B. zeitweise beim München-Nürnberg-Express). Bezieht man jedoch die Triebköpfe mit ein, die als Teil eines Triebzugs ja im engeren Sinne ebenfalls Lokomotiven sind, kommt der "Sandwich"-Betrieb durchaus häufig vor - auch wenn einem das normalerweise so nicht bewusst ist. Ein klassisches Beispiel hierfür ist der ICE1, der an beiden Enden jeweils einen Triebkopf (Lokomotive) und dazwischen lauter nicht angetriebene Mittelwagen besitzt.

Viele Grüße
BahnLand

Wahnsinn wie gut du das erklären kannst. Man könnte fast meinen du hättest das studiert und bist Lokführer oder im Vorstand der Deutschen Bahn tätig oder eben Lehrer der zukünftige Lokführer ausbildet 😁Danke

 

Deine Erklärungen sollten wirklich seperat hier im Forum als Mustererklärung für genau solche Fragen wie meiner abgespeichert werden. Ich finde sogar das du eine eigene Reihe herraus bringen solltest. Die heisst " BahnLand erklärt " 👍😁

 

Ich denk mal wenn da Reinhard die Doppelstöcker gebaut hat werde ich diese als Wendezugvariante einsetzten, das ich diese am meisten sehe. Entsprechende Anlagen auch für die länge der ices sind bereits gebaut. Und ich kanns kaum noch abwarten. Wenn die neuen Reinhardzüge da sind werden diese entsprechend in Szene gesetzt und die Anlagen natürlich veröffentlicht. Ich wart im Prinzip nur noch auf die Züge 😁😊

Habe jetzt endlich ein neuen Laptop mit na MX 350 und habe bei meinen Anlagen fast alles auf ganz Hoch gestellt und funktioniert super mit den Kameraeinstellungen ( man darf nur nicht zu weit weg zoomen ) 

Top👍👍👍

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vor 5 Minuten schrieb Markus Meier:

Wahnsinn wie gut du das erklären kannst. Man könnte fast meinen du hättest das studiert und bist Lokführer oder im Vorstand der Deutschen Bahn tätig oder eben Lehrer der zukünftige Lokführer ausbildet 😁Danke

 

Deine Erklärungen sollten wirklich seperat hier im Forum als Mustererklärung für genau solche Fragen wie meiner abgespeichert werden. Ich finde sogar das du eine eigene Reihe herraus bringen solltest. Die heisst " BahnLand erklärt " 👍😁

Deswegen nennen wir auch @BahnLand ehrfürchtig unser Wandelndes Eisenbahn-Lexikon.:P

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vor 24 Minuten schrieb Wüstenfuchs:

Hallo Markus Meier,

Was BahnLand jetzt nicht erwähnt hat ist, dass nicht nur die Antriebsleistung der Lok sondern ggf. auch die Leistung ihres Generators beachtet werden muß. So fahren zB. mit Br218 bespannte IC Züge grundsätzlich in Doppeltraktion, da der Generator einer Lok meist nicht ausreicht um alle Wagen ausreichend mit Strom zu versorgen, da müssen heut zu Tage ja nicht nur ein par Lampen versorgt werden sondern auch noch W-Lan, Klimaanlage usw..

Hab ich auch auf fotos gesehen. Aber nur bei den einstöckigen. Bei den Doppelstöcker IC wagen haben sie die BR 146 sogar in Den IC Farben Umlackiert. Scheint als würden diese Grundsätzlich nur noch mit der BR 146 betrieben werden.

Da die Doppelstöcker mehr Passagiere auf weniger Zuglänge befördern können glaube ich das heutzutage die einstöckigen kaum noch eingesetzt werden. Und es braucht bei diesen  dann auch nicht so lange Bahnhöfe ☝️

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Hallo Markus und @Wüstenfuchs,

wenn Ihr mit Euren Lobeshymnen so weiter macht, brauche ich außer dem Honig vor meiner Nase nichts mehr zu essen. :D
Jedenfalls vielen Dank dafür - und es freut mich riesig, wenn Ihr mit den Hinweisen von mir etwas anfangen könnt.

Übrigens besteht mein Bezug zur Bahn wirklich nur auf Hobby-Ebene - aber das nun schon seit über 50 Jahren. :)

Viele Grüße
BahnLand

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